Dr. D.-A. Jontschew & Dr. I. Vassilev
Südwestdeutsches Zentrum für Sporttraumatologie
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"Chondroprotektiva"
Von den früheren, so genannten Chondroprotektiva konnte sich nurmehr ein Präparat auf dem Markt behaupten. Glucosaminsulfat ist weiterhin erhältlich und in der Praxis zigtausendfach in der Behandlung der Arthrose oder chondropathischer Reizzustände bewährt. Der Einsatz dieser Substanz reicht von den Arthrosen der kleinen Handgelenke bis zu Knie- und Hüftarthrosen, aber auch den chondropathischen Reizzuständen, z. B. beim Jugendlichen.
Akupunktur
Die Akupunktur stellt eine Sonderbehandlungsform dar, deren Wirksamkeit für die Schmerztherapie als erwiesen angesehen werden kann. Bei relativer Nebenwirkungsarmut wird vor allen Dingen über Reizung inhibitorischer Interneurone des Rückenmarkes eine deutliche Schmerzreduzierung, auch beim rheumatischen Gelenk, erreicht. Auf Grund der guten Erfahrungen ist die Anwendung bei der Osteoarthritis innerhalb der Modellversuche zur Akupunktur bei den meisten Kassen als Behandlungsdiagnose integriert.
Analgetika
Da bei vielen OP-Patienten der Schmerz im Vordergrund steht, ist die Behandlung mit Analgetika entsprechend dem WHO-Stufenschema der Schmerztherapie häufig Therapie der Wahl. Eine amerikanische Studie zeigte vor Jahren, dass Paracetamol eine vergleichbare Wirkung zu Diclofenac hat, was den Schluss zulässt, dass bezüglich notwendiger Maßnahmen die reine Analgesie, z. B. über Paracetamol therapeutische angezeigt ist. Die Behandlungspalette der Schmerzmittel reicht von den Anilinderivaten über die nicht-sauren Pyrazole bis in den Bereich der nicht-steroidalen Antirheumatika, die teilweise mehr analgetische, teilweise mehr antipyretische Wirkung entfalten.
Arthritis
Der Oberbegriff Arthritis bezeichnet eine entzündliche Gelenkserkrankung. Arthritiden können verschiedenen Ursprungs sein und sowohl durch Bakterien verursacht werden als auch einen rheumatischen oder immunologischen Hintergrund haben und in verschiedenen Verlaufsformen und Schweregraden in nahezu jedem Lebensalter auftreten.
Arthrose
syn. Arthrosis deformans; degenerative Gelenkserkrankung, entsteht vorwiegend aus Missverhältnis zwischen Beanspruchung und Beschaffenheit bzw. Leistungsfähigkeit der einzelnen Gelenkanteile und -gewebe
Arthrose
Unter Arthrose versteht man den langsamen Verlust der Knorpelflächen in den Gelenken, wobei der Entzündungsprozess wie bei der Arthritis verläuft, jedoch langsamer. Bei einer fortgeschrittenen Arthrose reibt daher Knochen auf Knochen und verursacht starke Schmerzen und in vielen Fällen eine Bewegungseinschränkung durch die sukzessive Einsteifung der betroffenen Gelenke. Neuere Therapieansätze zeigen zwar Erfolge bei der extrakorporalen Anzüchtung und späteren Verpflanzung von Knorpel, auch hier gibt es jedoch keine ursächliche Therapie. Bei begrenzten Knorpelschäden gibt es seit einiger Zeit die Möglichkeit, die Gelenkoberfläche stellenweise bis in die Blut führenden Schichten hinein anzufrischen; so wird die Bildung eines knorpeligen Narbengewebes angeregt, das die Aufgaben des Originalknorpels zumindest teilweise mit übernehmen kann.
Arthroskopie
endoskopische Untersuchung eines Gelenks, meist des Kniegelenks; Betrachtung des Gelenksinnenraums in Narkose oder Lokalanästhesie nach Insufflation und Aufblähung des Gelenks mit Gas (z.B.CO2). In der Hand eines erfahrenen Untersuchers ist die Arthroskopie der Arthographie an Treffsicherheit überlegen. Es gibt allerdings Komplikationen (Knorpelverletzung, Gasemphysem) Indikation: Zur Abklärung von Meniskusverletzungen und bei ungekläärten anhaltenden Beschwerden.
Bandscheibenvorfall
syn. Bandscheibenprolaps, Diskusprolaps Herausquellen und Austreten des degenerativen Anulus fibrosus über die Wirbelkörper hinaus (Nucleus-pulposus-Prolaps): Austritte des Nucleus pulposus durch Risse im Anulus fibrosus. Das prolabierte Gewebe kann je nach Austrittsstelle das Rückenmark und die durch die Foramina intervertebrales hindurchtretenden Nervenwurzeln komprimieren und dadurch heftige Schmerzen (Hauptsymptom) je nach Lokalisation in einzelnen oder mehreren swgmenten auslösen. Neben sensiblen Störungen kann es zu motorischen und trophischen Störungen kommen. Lokalisation: in Folge der Beweglichkeit und starken Beanspruchungsind bevorzugt lumbale, danach zervikale Wierbelsäulenanteile befallen, vor allem L5/S1 und L4/L5; bei Befall der Wurzel L5 Schmerzen auf der Außenseite eines Beines (Generalstreifen), Kennmuskel ist der M.extensor hallucis longus (Lähmung der Dorsalextension der Großzehe); Kennreflex L5: Tibialis-post.-Reflex. Schädigung der Wurzeln S3-S5: Blasenlähmung, Hyp-, Anästhesie perianal, Fehlen eines oder beider Analreflexe Therapie: Bandscheibeboperation, u.U. Chemonukleolyse, konservativ-orthopäd. Behandlung.
Basistherapeutika
Die Gruppe der Basistherapeutika entstammt der Behandlung der rheumatoiden Arthritis. Unter diese Behandlungsgruppe fallen Präparate wie Gold, Methotrexat, Sulfasalazin, Chloroquinpräparate, Zytostatika und auch Immunpressiva. Neuer ist auch die Behandlung mit Leflunomid. Die genannten Stoffe werden für die Behandlung der Osteoarthritis nicht eingesetzt.
Belastungsreduzierung
Da der Prozess der Arthrose durch Überlastungen, entsprechenden Knorpelabrieb und folgende entzündliche Veränderungen eingeleitet und erhalten wird, steht an erster Stelle therapeutischer Möglichkeiten die Reduzierung der Belastung. Einerseits bezüglich täglicher Arbeiten, des Arbeitens in ungünstigen Körperhaltungen (z. B. kniende Tätigkeiten der Bergleute), aber auch im privaten Sektor bezüglich gelenkbelastender Sportarten. Weiterhin stehen die Möglichkeiten von Schuhzurichtungen wie Außen- u./o. Innenranderhöhung oder Pufferabsätze zur Verfügung, um etwaige einseitige Belastungsspitzen zu korrigieren. Da die Übergewichtigkeit Zivilisationskrankheit Nummer Eins in den entwickelten Ländern ist, stellt die Gewichtsanpassung jedoch die Maßnahme dar, die wohl an erster Stelle eine Verbesserung der Überlastungsproblematik vieler Gelenke bringen würde. Klinische und praktische Erfahrungen zeigen zudem, dass gezielte Bewegung ohne Überlastungsspitzen optimale Voraussetzungen zur Gelenkregeneration bietet.
Biologicals
Unter Biologicals versteht man die neue Generation von gentechnisch hergestellten Medikamenten, mit denen aktiv in den Krankheitsprozess eingegriffen und die Gelenkzerstörung aufgehalten werden kann. Dazu gehören etwa Antikörper wie Interleukin-Rezeptorantagonisten oder TNF-alpha-Hemmer.
Chondrokalzinose
syn. Pseudogicht; beruht auf einer Ablagerung von Kalziumpyrophosphat-Dihydrat im Gelenkknorpel; akute Anfälle werden hervorgerufen, wenn sich das Gleichgewicht zwischen auskristallisiertem Kalziumpyrophosphat und den in der Synovialflüssigkeit gelösten Kalzium- und Pyrophosphat-Ionen verschiebt; Patienten mit den Stoffwechselleiden Hyperparathyreoidismús, Hämochromatose, Gicht, Hypothyreose, Hypophosphatasie und Hypomagnesiämie erkranken bervorzugt an Ch. Formen (McCarty): Typ A: intermittierende monoartikuläre Entzündung Typ B: symmetrische polyartikuläre Entzündung Typ C: symmetrische degenerative Arthritis mit akuten Attacken Typ D: wie Typ C, ohne akute Attacken
Desault-Verband
zur vorübergehenden Ruhigstellung des Schultergelenks und Armes mit elastischen und Stärkebinden. Nach mehreren zirkulären Thoraxtouren Führung der Bindentour von der Achselhöhle der gesunden Seite über das Schultergelenk der zu fixierenden Seite zum Ellenbogengelenk und zur gesunden Achselhöhle.
Differenzierte operative Hallux-valgus-Therapie
Die große Mehrzahl (85 - 90 %) der Patienten mit rheumatoider Arthritis leidet unter Vorfußproblemen, am häufigsten mit Hallux valgus und meist auch Metatarsus primus varus (adductus). Biomechanisch noch gefördert wird die Hallux-valgus-Fehlstellung durch die Rückfußdeformität mit Eversion sowie die Abflachung des Längsgewölbes und Vorfußabduktion. Zur Behandlung dieser stark beeinträchtigenden Deformität wurden verschiedene Verfahren entwickelt. Resektionsarthroplastiken sind zur Schmerzreduktion geeignet, bringen aber selbst gegenüber Arthrodesen funktionell schlechtere Resultate. Bei arthrotischen Veränderungen und anderen bestimmten Indikationen werden sie aber nach wie vor durchgeführt. Der Erhalt des Metatarsophalangealgelenkes mit unterschiedlichen Osteotomien des Metetarsale I in Kombination mit Weichteileingriffen ist auch beim Rheumatiker anzustreben. Alloarthroplastik und Arthrodesen sind zu erwägen können aber gerade bei diesem Patientengut potenziell problematisch sein.
Enzymdiagnostik
Jeder Zellzerfall, aber auch jede reversible Schädigung und damit verbundene Störung der Membranfunktion führt zum Austreten zelleigener Substanzen und somit auch der Enzyme, die dann im Serum nachweisbar werden. Dies geschieht schon bei der dauernd ablaufenden sogenannten Zellmauserung und auch bei schwerer Muskelarbeit. Deshalb sind gewisse Aktivitätsspiegel einer Vielzahl von Enzymen im Serum normal. Im Falle einer massiven Zellschädigung mit (z.B. Infarkt) oder ohne Nekrose (z.B. akute Hepatitis) kommt es zu einem plötzlichen Anstieg der Zellenzyme im Serum. Hinweise auf die Herkunftaus einem bestimmten Organ ergeben die Relationen bestimmter Enzyme zueinander und der Nachweis von organspezifischen Enzymen, dem Enzymmuster. Dabei besteht ein Zusammenhang zwischen der Höhe des Anstiegs der Enzymaktivitäten und dem Umfang der Schädigung. Da die Enzyme relativ schnell aus dem serum eliminiert werden, kann der Verlauf einer Erkrankung mit Hilfe der Serumenzyme kontrolliert werden. Diagnostisch relevant ist der Anstieg der Serumenzyme bei Herzinfarkt (CPK, LDH, AST, ALT), akuter Hepatitis (ALT > AST), chron. Hepatitis, Pankreatitis (Amylase).Bei Muskelerkrankungen (CPK bzw. CK; sehr hohe Konzentration im Skelettmuskel). Weitere Hinweise auf das betroffene Organ durch das Isoenzymmuster der LDH.
Fersenschmerz
syn. Tarsalgie; 1. auf der Fußsohle 2. im Bereich des Achillessehnenansatzes Vorkommen bei Bechterew-Struempell-Marie-Krankheit
Fibromyalgie
Eine Erkrankung der Weichteile unter Beteiligung des gesamten Bewegungssystems. An F. Erkrankte leiden oft unter Schlaflosigkeit und/oder genereller Müdigkeit (siehe auch: CFS). Da die Krankheit serologisch und auch mit bildgebenden Verfahren praktisch nicht zu erfassen ist, ist eine Diagnose äußerst schwierig. Nach wie vor ist nicht abschließend geklärt, ob es sich bei der F. um eine psychosomatische Erkrankung oder um eine seltene Unterform des rheumatischen Formenkreises handelt. Für Letzteres spricht die beinahe allen Patienten eigene Schmerzhaftigkeit bestimmter Druckpunkte (so genannte tender points), welche sich vor allem an den Sehnenansätzen finden. Eine geeignete Therapie muss jedoch fast immer individuell gefunden werden, da herkömmliche Antirheumatica und Schmerzmittel in vielen Fällen keine Wirkung zeigen.
Genu valgum
sog. X-Bein in leichterem Grad bei Kindern zwischen 2. und 5. Lebensjahr physiologisch. Ursache: angeboren, rachitisch, kompensatorisch bei Knick-Senkfuß; auch einseitig nach Traumen oder langandauernder Fehlbelastung
Genu varum
sog. O-Bein in leichter Form im Säuglingsalter physiologisch Ursache: angeboren, rachitisch, posttraumatisch
Hallux valgus
lat. valgus nach innen gewölbt Belastungsdeformität, begünstigt durch enge, spitze Schuhe. Immer bei Spreizfuß. Abknickung der Großzehe im Großzehengrundgelenk nach der Kleinzehenseite hin. Abspreizung des Metatarsale I, täuscht Extose vor, die Haut über dem Ballen ist häufig verhornt und entzündet. Behandlung in Frühfällen mit Schiene. Therapie: operativ 1.(nach Brandes): Zweidrittelresektion des Grundglieds, Abmeißelung der Extose, Einschlagen eines distal gestielten Faszienlappens; 2.(nach Hueter-Mayo): Resektion des Metatarsalköpfchens I, plastische Deckung mit Faszienlappen; 3.(nach Hohmann): subkapitale Osteotomie des Metatarsale I, Verlagerung des M.abduktor hallucis auf die Medialseite der Grundphalanx
Hyaluronsäure
Für die Hyaluronsäure liegen viele wissenschaftliche Arbeiten vor, die die Wirksamkeit belegen und auf ein so genanntes "disease modifying" hinweisen. Der Einsatz von Hyaluronsäure ist vor allen Dingen im präventiven Bereich zu sehen, nach Abklingen akuter Beschwerden, die eher mit den klassischen Therapeutika behandelt werden. Auch verliert sich der Effekt der Hyaluronsäure bei stark entzündlichen Prozessen, da die Entzündung durch die Hyaluronsäure wohl gemildert wird, die Hyaluronsäure hierbei jedoch in weniger wirkungsvolle Bruchstücke abgebaut wird.
Immunabwehr
biologische Immunität; Fähigkeit des lebenden Organismus, Antigene (immunogene Substanzen) spezifisch abzuwehren. Die Immunität kann aktiv oder passiv erworben sein. R.A.Good (New York) entdeckte (1963) die Zweiteilung der Immunabwehr in zelluläre und humorale Immunität, verkörpert durch die thymusabhängigen T-Zellen und die antikörperproduzierenden B-Zellen.
Ischiassyndrom
Neuralgie des N. ischiadicus, Neuritis ischiadica; Ursache: 1. Erkältung, 2. Traumen; recht häufig Subluxationen der Wirbelsäule u. Beckengelenke, bes. bei jungen Frauen m. Asthenie, verbunden mit Zerrungen des Nervs; Blutung in die Nervenscheide. 3. Infektionskrankheiten, 4. exogene Gifte (Alkohol, Arsen, Blei, Kupfer, Phosphor, Tabak). 5. lokale Kompressionen, insbes. Bandscheibenvorfall, Geschwülste des Beckens (weibliche Genitale, Prostata, Rektum), Beckenvarizen, Verstopfung, Retroflexio uteri, Gravidität, spondylit. Prozesse, Ostitis der Wirbelsäule. Symptome: 1. im Verlauf des Nervus localis, entweder in Anfällen auftretend oder mehr andauerende, dann aber gewöhnl. anfallsweise sich verstärkenden Schmerzen. Gewöhnlich sind die Beschwerden einseitig, nur manche symptomat. Formen, zB. Diabetes mellitos, treten fast immer doppelseitig auf. U.U. sind nur Teile des Nervs, zB. das Wurzelgebiet, befallen. Charakteristisch ist, dass sich der Schmerz bei Abkühlung bzw. Erwärmungsversuchen, Erschütterung u.ä. verstärkt. 2. typische Lage des Kranken im Bett mit leichter Beuge- und Außenrotationstellung des betroffenen Beins. 3. Valleix-Punkte an Stellen, an denen sich der Nerv gegen eine feste Unterlage drücken lässt. Gewöhnlich sind 6 derartige Punkte vorhanden, doch kann ein Teil derselben fehlen. 4. Lasègue-Zeichen: Schmerzen im ganzen Nervenverlauf bei Hebung des gestreckten Beins, die bei Beugung im Kniegelenk nachlassen. Beruht auf Dehnung des Nervs. Andere Symptome, die ebenfalls auf Nervendehnung beruhen: Schmerzen bei Adduktion des Glieds, bei Dorsalflexion des Fußes in Streckstellung des Beins und bei Beugung oder Dorsalflexion der großen Zehe. 5. Gekreuztes Ischiasphänomen: Schmerzen im kranken Bein beim Heben des gesunden. 6. Besonderheiten beim Stehen: Benutzung des gesunden Beins, Haltungsanomalien bis zur Ausbildung hochgradiger, meist nach der kranken Seite konvexer (homologer) Skoliosen der Lendenwirbelsäule. Homologe Skoliosen entlasten durch Erschlaffung der oberen Nervenwurzeln, nach der kranken Seite konkave (heterologe) Skoliosen dehnen sie; Dabei findet aber eine Erweiterung der beiden letzten Wirbellöcher statt. 7. beim Aufstehen des liegenden Patienten wird das gesunde Bein gebeugt, das kranke lediglich zum Abstoßen verwendet; bei Lumbago kletter dagegen der Patient an seinen Beinen langsam hoch. 8. sensible Störungen und andere Ausfallerscheinungen; Hyperalgesien, Parästhesien, Frostgefühl; Fehlen des Achillessehnenreflexes, Schlaffheit der Wadenmuskulatur, Atrophie. DD: Myalgien (mehr diffuser Schmerz, verstreute Druckpunkte), Erkr. des Hüftgelenks (Stauchungsschmerz, Schmerz bei Abduktion, Schmerzpunkt unterhalb des Poupart- Bandes im Bünger-Punkt), Wirbelsäulenprozesse, Phlebitis, Plattfuß, Muskelinfiltrate im Bereich der Glutäen (auch nach Injektion), Rückenmarkerkrankungen (beginnender Tabes dorsalis), Erkrankung des Ileosakralgelenks oder des Beckenknochens.
Kalkaneussporn
Fersensporn, dornartige, knöcherne Ausziehung an der Unterseite des Tuber calcanei am Ansatz überbeanspruchter Sehnen und Aponeurosenfasern (M.plantaris) oder bei Entzündung (z.B.Rheuma), ein- und doppelseitig.
Lippenspalte
syn. Cheiloschisis, Hasenscharte, Labium fissum, Labium leporinum; angeb. Nichtverwachsensein der Oberlippe, i.a. seitlich der Mittellinie, ein- oder beidseitig; häufig kombiniert mit Kiefer- und Gaumenspalte. Hemmungsmissbildung von gleicher Ätiol. wie die Gaumenspalte. Lässt sich mit den moderenen Operationsverfaren kosmetisvh und funktionell einwandfrei schließen. Der Eingriff soll bei Normalgewicht des Säuglicngs möglichst frühzeitig, jedoch nicht vor dem 3. Lebensmonat erfolgen
Meniskus
gr. meniskos mondförmiger Körper syn. Gelenk-Meniskus, scheiben- oder ringförmiger Zwischenknorpel aus Faserknorpel z.B. im Kniegelenk
Morbus Still
Eine Sonderform der juvenilen chronischen Arthritis, die schon im frühesten Kindesalter auftritt. Besonderes Merkmal sind die schweren, hoch fieberhaften und in Schüben verlaufenden Entzündungen unter Beteiligung innerer Organe, des Rippenfells und/oder des Herzbeutels. Aufgrund der drohenden Organschäden muss jedes Kind mit Morbus Still unbedingt von einem speziellen Kinderrheumatologen behandelt werden.
Neuraltherapie
Behandlungsmethode zur Beeinflussung segmentaler Nervenversorgungsgebiete mit dem Ziel der Funktionsverbesserung im Störfeld, z.B. durch Schmerzbekämpfung (Entblockung)
NSAR (nicht-steroidale Antirheumatika)
Auch heute noch die bei der Rheumabehandlung hauptsächlich zur Anwendung gelangende Substanzgruppe. Ihrer Sammelbezeichnung gemäß enthalten diese Medikamente keine Steroidhormone wie z.B. Cortison. Sie zeichnen sich durch eine hohe schmerzlindernde Wirkung bei gleichzeitiger Entzündungshemmung aus, jedoch mit dem Nachteil einer - besonders bei Langzeiteinnahme - vergleichsweise hohen Belastung des Magen/Darmtrakts. Gängige NSAR sind unter anderem z.B. die Wirkstoffe Ibuprofen und Diclofenac.
Operative Maßnahmen
Je nach Erkrankung und unabhängig vom schmerzhaften oder entzündlichen Prozess sind operative Maßnahmen wirksame und notwendige Methoden, um eine Verbesserung der Gelenkfunktion oder noch besser eine Ausheilung der Erkrankung zu erwirken. Letzte Möglichkeit der operativen Maßnahmen ist der totalendoprothetische Gelenkersatz. Außerhalb dieser klassischen therapeutischen Möglichkeiten bieten sich verschiedene andere Möglichkeiten an, häufig mit dem Ziel, das Wiederauftreten von Beschwerden zu verhindern oder aber um direkt in den degenerativen Prozess einzugreifen.
Orthopädie
Lehre von der Entstehung, Verhütung und Behandlung der angeborenen oder erworbenen Fehler in Form oder Funktion des Bewegungsapparates
Osteomyelitis
Knochenmarkentzündungen 1.Endogene, hämatogene Osteomyelitis: bakterielle Infizierung und Abszedierung von Knochen durch hämatogene Streuung von Eitererregern 2.Exogene, posttraumatische Osteomyelitis: bei offenen Frakturen oder Knochenop., bes. bei Osteosynthesen und Gelenkendoprothesen
Osteophyt
vom Periost ausgehende umschriebene, meist reaktive Knochenneubildung in Form von Spangen, Höckern, Randzacken oder flächenhaften Auflagerungen; Ursache: entzündliche Prozesse
Osteosynthese
operative Behandlung von Knochenbrüchen, d.h. operative Vereinigung reponierter Knochenfragmente.
Pes cavus
Hohlfuß; es wird der einfache Hohlfuß vo´m Balken-Hohlfuß und Hacken-Hohlfuß unterschieden. Entsteheung: dynamisch durch Störung des Muskelgleichgewichts, häufig in Folge von Myelodysplasie, Friedrich-Ataxie; Entwicklung der Fehlform meist erst im 5./6.Lebensjahr. Fußform: ausgeprägtes Längsgewölbe, Supination des Rückfußes und Pronation des Vorfußes
Pes equinus
Spitzfuß; Entstehung: paralytisch, spastisch, posttraumatisch
Pes planus
Plattfuß; 1.angeboren: die Fußsohle ist leicht konvex gebogen. Abduktions- und Pronationsstellung des Vorfußes, Valgusstellung des Rückfußes. Im seitl. Röntgenbild des Fußes steht die Achse des Talus fast in Verlängerung des Unterschenkels. 2.erworben: oft kombinierte Fehlstellung
Physikalische Maßnahmen
Entsprechend den schmerztherapeutischen Erkenntnissen gibt es eine Vielzahl physikalischer Maßnahmen, die sowohl entzündungshemmend als auch schmerzstillend eingesetzt werden können. Neben Kälte, die als eines der effizientesten Analgetika gelten darf, bieten Behandlungen mit Interferenzstrom, aber auch Einreibungen, Saugmassagen oder Massagen über Aktivierung der A-Betafasern gute Möglichkeiten der Schmerzreduktion. Dass als Nebeneffekt eine Durchblutungsstörung mit Stoffwechselaktivierung auftritt, beschleunigt die Heilung und Regeneration im Bereich der Gelenke. Zu den physikalischen Maßnahmen gehören auch die Bewegung im schmerzfreien Raum, slow motion und andere Formen krankengymnastischer und manualtherapeutischer Maßnahmen, die zur Verbesserung der Gelenkfunktion und des biologischen Gleichgewichtes beitragen.
Psoriasis-Arthritis
Die Psoriasis (Schuppenflechte)ist eine Erkrankung der Haut, die in seltenen Fällen (fünf Prozent) nicht nur auf diese beschränkt bleibt. Befällt die Entzündung auch die Gelenkinnenhaut, so spricht man von Psoriasis-Arthritis. Typisch hierfür sind die schmerzhaften Schwellungen an den Fingergelenken und ein schubweiser Verlauf. Bei etwa einem Viertel der Erkrankten sind darüber hinaus auch die Wirbelgelenke oder das Iliosakralgelenk betroffen; hier zeigt sich eine Überlappung zur Spondylitis ankylosans.
Quengeln
allmähliches Lösen von Gelenkversteifung durch redressierende Verbände, Spanner, Schrauben u.a.
Redon-Saugdrainage
ein an eine Vakuumflasche angeschlossenes Einmalgerät, dessen Endteil, ein nicht zusammendrückbarer, mit zahlreichen Öffnungen versehener Plastikschlauch, für mehrere Tage ind die Operationswunden zur kontinuierlichen Ableitung des Wundsekrets eingelegt wird.
Redressement
Redression; konservative (unblutige) Therapie bei Deformitäten 8X-Bein, Hackenfuß, Hohlfuß, Klumpfuß, Plattfuß, Spitzfuß) durch manuelle (oder Apparat-) Korrektur und Überkorrektue mit anschließender Fixation durch Verbände (Streifen- Gipsverband usw); s.a. Quengeln
Reflexe
physiologisch unwillkürlich und regelhaft ablaufende Vorgänge als Antwort auf einen Reiz: Beispiele: Patellarsehnenreflex---N.femoralis; L2/L4 Achillessehnenreflex---N.tibialis; (L5)/S1/(S2) Tibialis-posterior-R.--(L4)/L5
Regenerative Therapien
Zu den regenerativen Behandlungen zählen biologische Therapieformen mit Substanzen, die häufig fetale tierische Stoffe enthalten, die das Gelenk zur Eigenproduktion von Substanzen zur Knorpelregeneration anregen sollen. Ebenfalls zu den regenerativen Therapieformen zählt eine Sonderform der Behandlung mit pulsierenden magnetischen Signalen (PST), für die teilweise anhand großer Fallzahlen ebenfalls regenerative Effekte veröffentlicht sind.
Rheumatoide Arthritis (früher auch: Chronische Pol
Die häufigste Form des entzündlichen Rheumas (Rheumatoide Arthritis). Man schätzt, dass bis zu drei Prozent aller Menschen darunter leiden. Betroffen sind in der Regel zunächst Fingergrund- und Mittelgelenke sowie Handgelenke, später auch die größeren Gelenke, wobei typisch eine Schwellung ist, die schnell in einen Zerstörungsprozess mündet, zum Beispiel sichtbar in der Ausbildung so genannter Rheumaknoten an den Fingern. Während bis vor einigen Jahren in Ermangelung geeigneter Medikamente hauptsächlich eine symptomatische beziehungsweise Schmerz lindernde Behandlung erfolgte, ist heute das entscheidende Ziel einer erfolgreichen Therapie, die Gelenkzerstörung aufzuhalten - eine Forderung, der mit der Entwicklung neuartiger Wirkstoffe (Biologicals) Rechnung getragen wird, die in den Kreislauf der Entzündung eingreifen und ein aggressives Fortschreiten der Erkrankung verhindern oder zumindest aufhalten.
Skoliose
seitl. Verbiegung der Wirbelsäule mit Drehung und Versteifung in diesem Abschnitt; Formen: Totalskoliose, Krümmung nach einer Seite ohne Gegenkrümmung; Zusammengesetzte skoliose, Krümmung und Gegenkrümmung, S-förmig; Trippelskoliose, Primärkrümmung mit kompensatorischer Gegenkrümmung nach kranial und kaudal. Einteilung: 1.Grades: passive Korrektur leicht möglich 2.Grades: Rippen- und Lendenwulst deutlich ausgeprägt 3.Grades: starke Deformierung des Brustkorbs, Überhängen navh einer Seite Ursache: angeboren, rachitisch, statisch, Narbenzüge, Entzündungen, neuropath. Erkrankungen
Spondylitis ankylosans/Morbus Bechterew
Heute eher als Spondylitis ankylosans oder (im englischen Sprachraum) als Marie-Strumpell-Krankheit bezeichnet, ist M. Bechterew gekennzeichnet von einer fortschreitenden Einsteifung der Wirbelsäule. Im fortgeschrittenen Stadium bilden sich zwischen den einzelnen Wirbeln häufig knöcherne Brücken aus, die zu einer irreversiblen Bewegungseinschränkung führen. Der Verlauf ist jedoch sehr unterschiedlich und nicht bei allen Patienten kommt es zu der schubweisen Erkrankung mit deutlich wahrnehmbaren entzündlichen Reaktionen. Begleiterscheinungen der M. Bechterew können auch Sehnenentzündungen, Entzündungen der Regenbogenhaut des Auges sowie chronisch entzündliche Darmerkrankungen sein. Häufig ist bei an Bechterew Erkrankten das Antigen HLA-B 27 nachweisbar.
Spondylitis deformans
Generische Bezeichnung für solche Krankheiten, die eine Verformung der Wirbelsäule zur Folge haben.
Torticollis
Schiefhals, Caput opstipum; am häufigsten muskulär durch Verkürzung des M.sternocleidomastoideus einer Seite in Folge eines bindegewegig organisierten Geburtshämatoms, Druckatrophie, u.ä., aber auch ossär, rheumatisch, okulär oder otogen bedingt.
Totalendoprothese
alloplastische Endoprothese zum Ersatz eines ganzen Gelenks (beider Gelenkanteile); T.-E. gibt es für das Hüft-, Knie-, Fuß-, Finger-, Schultergelenk. Die Ergebnisse des operativen Gelenkersatzes durch T.-E. sind langfristig belastet durch eine nicht unerhebliche,i.d.R. frühestens nach einem Intervall von mehr als einem symptomfreien Jahr, meist nach 5-7 Jahren auftretenden Rate an sekundären Lockerungen (regelmäßige Röntgenkontrolle)
Urtikaria
sog. Nesselsucht, Quaddelsucht; flüchtige, schubweise auftretende Quaddeleruption, morphologisch als Urticaria nularis (ringförmig), Urticaria bullosa (blasig), Urticaria gigantea (großflächig), Urticaria profunda (flächenhaft teigige Anschwellungen bei urtikariellem Ödem im tiefen Korium bzw. Subkutis) oder in Form eines Quincke-Ödems (u.U.lebensbedrohlich!) Ätiol-Path.:durch freisetzung von Histamin u.ä. Substanzen kommt es zur Erweiterung und erhöhter Durchlässigkeit der Kapillaren mit daraus resultierendem Ödem. Die Histaminfreisetzung aus den mastzellen wird durch physikalische Einflüsse, allerg. Mechanismen, sowie durch nicht allerg. Einflüsse ausgelöst. Bei massiver Urtikaria besteht Schockgefahr!
Viren
von Pasteur erstmals 1881 für versch. Krankheitserr. gebrauchte Bezeichnung; Sammelbegriff für eine besondere Form organischer Strukturen, die sich durch folgende allgemeine Charakteristika von anderen Mikroorganismen (Pilze, Bakterien) unterscheiden. V. besitzen im Ggs. zu den anderen Mikrobien nur DNA oder RNA in einer formbestimmenden Proteinhülle (Kapsid) und verfügen nicht über Stoffwechselenzyme f. biol. Synthesen. Sie können sich nicht durch Teilung vermehren, sondern werden ausschließlich von ihrer Nukleinsäure reproduziert. Die propagierung von Nachkommen erfolgt in geeigneten, meist spezif. Wirtszellen i.d.R. durch Einbau des viralen Genet. Materials in das Genom der Wirtszelle bzw. beeinflussung ihrer Genregulation. Ausserhalb der Wirtszelle existiert ein Virus meist nur als komplettes infektiöses Partikel (Virion). Wegen ihrer geringen Größe (20-300 nm) können Viren normale Bakterienfilter passieren. Viren lassen sich nach verschiedenen Gesichtspunkten einteilen: 1. Nach der Form 2. Nach der Wirtszelle 3. Nach der Art der Nukleinsäure und dem sich daraus ergebenden Mechanismus der Vermehrung.
Virostatika
(gr statikos zum Stehen bringen)n pl: auch Virustatika; chem. Verbindungen die durch Hemmung der Virusreproduktion (Stase) eine Ther. virusbedingter Inf. ermöglichen. Auch einer Vielzahl von Substanzen der verschiedensten chem. Stoffklassen werden bis 2'-desoxiuridin findet klin. Anw. bei Keratiden, die durch das Herpes-simplex-Virus oder das Vaccinia-Virus verursacht werden. N-Methyl-Beta-thiosemicarbazon wird prophylaktisch und therapeutisch bei Pokenerkrankungen eingesetzt; Positive Behandlungerbebnisse sind aber auch bei der Vaccinia gangraenosa und der Vaccinia generalisata beschrieben. Die Wirkung von 1-Adamantanamine richtet sich gegen bestimmte Viren, die Erköltungskrankheiten verursachen, besonders gegen die häufig epidemisch auftretenden Influenza-A-Viren.
Wachstum
Vermehrung und Vergrößerung der Körperzellen mit Zunahme der Knorpel- und Knochensubstanz im Kindes- und Jugendalter. Damit ist eine Zunahme des Körpergewichts und der Körperlänge verbunden.
Wachstumsbeschleunigung
syn. Akzeleration Beschleunigung der Entwicklungsgeschwindigkeit mit Zunahme der Endgröße bei beiden Geschlechtern. Die Wachstumsbechleunigung mit einer durschnittl. Zunahme der Körperlänge um 5-10 cm, meist in Verbindung mit dem früheren Eintritt der Pubertät um 1-2 Jahre, wird seit Ende des vorigen Jahrhunderts in industrialisierten Ländern beobaachtet. Von den Theorien über die Ursache der Wachstumsbeschleunigung findet das Urbanisierungstrauma Beachtung, nach dem die Einflüsse des städtischen Lebens auf die Kinder verschiedener sozialer Schichten aus Stadt und Landn i.S. einer erhöhten vegetativen, endokrinen und zerebralen Reaktionsbereitschaft einwirken
Wundheilung
regenerative Vorgänge zur Beseitigung einer Wunde; insbes. Neubildung von Kapillaren, Vermehrung und Vorwachsen von Bindegewebs- und Epithelzellen und Bildung kollagener Fibrillen. Bei der prim.W. führen sie zu einem raschen und komplikationslosen Verschluss mit weitgehender Restitutio ad integrum, während bei der sek. W Komplikationen wie starke Ausdehnung der Wunde, gequetschte Wundränder, Wundinfektion u.a. zu einem verzögertem Verlauf und schließlich zu einem funktionsuntüchtigen Narbengewebe führen. Phasen: 1.Substratphase: exsudative Phase der Wundheilung mit kataboler Autolyse 2.Kollagenphase: anabole, fibroplast. Reparation 3.Differenzierungsphase: Gewebsrestitution
Zervikobrachialsyndrom
auch Zervikalsyndrom Sammelbegriff für sensible, motorischre u.z.T. auch trophische Störungen im Bereich des Halses, Schultergürtels und der oberen Extremität inf.Irritation des Plexus cervikalis, Plexus brachialis oder der A.vertebralis.
Zytokine
Zytokine sind Botenstoffe, die die Kommunikation der Zellen und ihrer Stoffwechselabläufe steuern. Eine besondere Bedeutung kommt ihnen dabei bei Immunreaktionen des Körpers zu. Eine Reihe der neuen Medikamente (Biologicals) entfalten ihre Wirkung, indem sie bestimmte körpereigene Botenstoffe in ihrer Entstehung entweder hemmen oder fördern.